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"Die Vielzahl der Beteiligten war eine spannende Herausforderung"

Die Hauptarbeiten der Etappe 1 auf der Stadtautobahn sind abgeschlossen. Im Interview blickt Markus Weber, Projektleiter beim Bundesamt für Strassen ASTRA, auf eine herausfordernde Zeit zurück und gibt einen Ausblick darauf, welche Arbeiten in Etappe 2 im Vordergrund stehen werden.


1987 wurde die Stadtautobahn in St. Gallen eingeweiht. Seitdem ist sie eine der wichtigsten Verkehrsachsen im Raum St. Gallen, über welche 80 Prozent des Ziel-, Quell- und Binnenverkehrs der Stadt abgewickelt werden. Nach über 30 Jahren Betriebszeit musste die Stadtautobahn saniert werden, um einen sicheren Betrieb für weitere 15 bis 20 Jahre zu gewährleisten.

Von Seiten des Bundesamts für Strassen ASTRA ist Markus Weber als Projektleiter für das Unterhaltsprojekt zuständig. Zum Abschluss der Etappe 1 gibt er im Interview einen Überblick über die grössten Herausforderungen, zeigt, wie wichtig eine gute Vernetzung mit sämtlichen Projektbeteiligten ist und gibt einen Einblick auf die Arbeiten, welche in der zweiten Etappe im Zentrum stehen werden.

In der ersten Etappe lag der Fokus auf der Instandsetzung der Fahrbahn, einem Grossteil der Brücken und Stützmauern sowie des Tunnels Stephanshorn. Was bedingte deren Instandsetzung und wie wurden sie saniert?

Markus Weber: Die Stadtautobahn St. Gallen wurde 1987 eröffnet. Die intensive Nutzung und die Witterung haben an den Bauteilen Spuren hinterlassen. Eine Gesamtinstandsetzung wurde notwendig.  Art und Umfang der Massnahmen werden aufgrund von Zustandserhebungen und Normprüfungen geplant. Bei der Fahrbahn war grösstenteils nur der Ersatz der Decksicht notwendig. Neu wurde ein lärmarmer Belag eingebaut.

Belagsarbeiten, hier im Stephanshorntunnel, waren ein wichtiger Bestandteil der Etappe 1.

Der bauliche Zustand bei den Kunstbauten war sehr unterschiedlich. Die Massnahmen reichen von kleinen lokalen Reparaturen bis zum Abbruch und Ersatzneubau. Bei den grossen Brücken auf der Hauptachse wurde der gesamte Oberbau bis auf den bestehenden Beton abgebrochen. Anschliessend wurde die Betonoberfläche saniert, eine vollflächig verklebte Abdichtung und ein dreischichtiger Belag eingebaut. Zudem wurden die Fahrbahnübergänge und die Schächte ersetzt.

Was waren die grössten Herausforderungen in der ersten Etappe und wie konnten diese bewältigt werden?

Weber: Bauen unter Verkehr und bei engen Platzverhältnissen mitten in der Stadt St. Gallen war eine grosse Herausforderung. Der Bauablauf musste sorgfältig geplant und mit den Blaulichtorganisationen sowie Stadt und Kanton abgesprochen werden. Aufgrund der engen Platzverhältnisse und aus Gründen der Sicherheit mussten viele Arbeiten auch nachts während Sperrungen ausgeführt werden.

Die Vielzahl der Beteiligten die eine Vielzahl von unterschiedlichen Aufgaben bearbeiten, war ebenfalls eine spannende Herausforderung. Für die Etappe I waren mehr als 20 Unternehmungen für den Bau und die elektromechanische Ausrüstung zuständig und ebenfalls mehr als 20 Planungsbüros inklusive diverser Spezialisten für Umwelt, Sicherheit oder Korrosionsschutz beteiligt. Zudem gab es viele Schnittstellen zu externen Organisationen wie zum Beispiel Stadt und Kanton St. Gallen, der Gebietseinheit, den Blaulichtorganisationen, den SBB, der Olma. Damit die Zusammenarbeit klappt, braucht es gut aufgestellte Organisationen sowie hohe Kompetenz, hohes Engagement und einen fairen Umgang der handelnden Personen.

Gutes Teamwork innerhalb der Projektbeteiligten ist essentiell für eine erfolgreiche Sanierung der Stadtautobahn.

Welche Bilanz können Sie nach der ersten Etappe ziehen?

Weber: Eine durchaus positive. Die Kosten, Termine und die Qualität konnten eingehalten werden. Die Zusammenarbeit hat sich gut eingespielt und war positiv geprägt. Die verkehrlichen Behinderungen konnten im Rahmen des Machbaren klein gehalten werden.

Im Hinblick auf die zweite Etappe: Welche Arbeiten gilt es auszuführen und welche Auswirkungen haben diese für die Bevölkerung?

Weber: In der zweiten Etappe werden primär die Tunnel Rosenberg und Schoren sowie die Betriebs- und Sicherheitsausrüstung instandgesetzt. Im Jahr 2024 laufen die Abschlussarbeiten der Etappe I und die Vorarbeiten für die Etappe II.

Die Sanierung des Rosenbergtunnels (im Bild) sowie des Tunnel Schoren stehen im Zentrum der Etappe 2.

In den Jahren 2025 und 2026 werden die Tunnel Rosenberg und Schoren instandgesetzt. Dann wird für die Bauarbeiten jede Nacht eine Röhre des Tunnel Rosenberg und Schoren gesperrt. Dies bedeutet, dass in der freien Röhre des Tunnel Rosenberg Gegenverkehr eingerichtet wird und beim Anschluss Kreuzbleiche auf das lokale Strassennetz umgeleitet werden muss.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für die zweite Etappe?

Weber: Jeden Morgen muss der Verkehr wieder ohne Behinderung durch die Tunnels Schoren und Rosenberg fliessen können, da ansonsten der gesamte Verkehr in St. Gallen zusammenbricht. Die Tunnel jeden Morgen betriebssicher dem Verkehr übergeben zu könnten hat höchste Priorität.

 

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